Heinzenberg – Höhenmeter, Nebelschwaden und Nervenproben
Am 4. und 5. Oktober fanden auf dem Heinzenberg die nationalen OL-Läufe 6 und 7 statt. Das Wetter zeigte sich von seiner rauen, beinahe alpin-herbstlichen Seite – Nebel, Wind und feuchte Kälte inklusive. Beide Wettkämpfe spielten sich zwischen 1500 und 2000 Metern über Meer ab – also in einer Höhe, wo die Luft bekanntlich schon etwas dünner ist.
Die Mitteldistanz am Samstag lief mir noch recht ordentlich. Das Gelände war anspruchsvoll, aber die Konzentration hielt, und die Beine machten mit. Am Sonntag jedoch wartete die Langdistanz – und die hatte es in sich. Schon zu den beiden ersten Posten war eine beachtliche Steigung zu bewältigen. Nach oben ging’s, und zwar gefühlt endlos. Oben angekommen, war ich ausser Puste, aber noch halbwegs zuversichtlich.
Die Posten 3, 4 und 5 fanden sich problemlos – ein kurzes Erfolgserlebnis, das mir Mut machte. Doch dann kam Posten 6. Ich geriet deutlich zu tief, überquerte eine Rinne (was sich als keine gute Idee herausstellte) und fand mich unverhofft beim 7. Posten wieder. Also wieder zurück – 20 Höhenmeter hinauf, versteht sich!
Nach diesem Umweg war der Faden gerissen. Zum 8. Posten verlor ich endgültig den Kartenkontakt, und das Gelände schien sich über mich lustig zu machen. Nach über 70 Minuten im Gelände, mit müden Beinen, leerem Kopf und kalten Fingern, fiel die Entscheidung leicht: Ich gab das Rennen auf und nahm den direkten Rückweg auf der Strasse ins Ziel.
Manchmal ist Aufgeben eben auch eine Form von Orientierung – zumindest in Richtung warme Jacke und heisser Tee!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen